Vorsicht Stechgefahr – Wenn die Ausstellung zum Leben erwacht

Ob Kunst lebendig ist, darüber lässt sich im Angesicht eines jeden Kunstwerks häufig streiten. In diesem Fall ist es jedoch eindeutig. Ja, sie lebt! Oder vielmehr: Sie wurde belebt. In der Ausstellungssektion »[anders] wahrnehmen« von »Kaleidoskop Worpswede« wird das Publikum verführt. Verführt, einen neuen, ungewohnten Blick auf bekannte Orte zu werfen. Mit diesem Ziel wurden an unterschiedlichen Plätzen im Künstlerort Kunstwerke im Außenraum installiert.

Schöner Wohnen für die Kleinsten

Architekten planen Häuser, Straßenzüge und mit Glück dürfen sie auch mal ganze Städte bauen. Aber welcher Architekt kann schon von sich behaupten, er habe bereits für ein ganzes Volk gebaut? 2002 bat der in Berlin lebende Künstler Olaf Nicolai fünf Architekturbüros, zeitgenössische Häuser für Bienen zu entwerfen. Drei der fünf ausgeführten Entwürfe werden 2018  in Worpswede gezeigt: darunter die knalligen Häuschen des Berliner Architekturbüros Sauerbruch Hutton. Ohne langes Suchen findet man sie am Barkenhoff sowie vor und hinter der Großen Kunstschau. Auch das Haus im Schluh hat neue Nachbarn: Hier hat das raumgreifende Exemplar des Architekten Arno Brandlhuber seinen Platz gefunden. Und auf der Hörenbergwiese trohnt die Ausführung von Ortner&Ortner, die ein wenig  an ein Klavier einnnern mag.

Bei Sauerbruch Hutton tritt die Form in schlichter Einfachheit zurück, um den Farben in ihrer Wirkmächtigkeit ganz die Bühne zu überlassen. Der Entwurf Brandlhubers hingegen weist eine fast luxuriöse Ausstattung auf. Hier finden bis zu sechs Bienenvölker Platz. Zusätzlich gibt es im vorderen Drittel einen kleinen Verkaufsraum.

Die Bienen kommen ins Spiel

Doch was wären all diese optischen Genusshäppchen ohne Leben? Ohne Summen und Brummen? Die Entscheidung stand schnell fest: Leer darf der kostbare Wohnraum nicht bleiben, Bienen müssen her! Dank Hartmut Gerber, seines Zeichens Bienenbändiger und Vorstandsmitglied des Imkervereins Teufelsmoor, sind die spannenden Kunstwerke erstmalig während einer Ausstellung mit Leben gefüllt. Und wer weiß, vielleicht bleiben sie über ihren Gastauftritt hinaus. Wer hätte Lust auf künstlerische Gaumenfreude: Honig mal [anders]?

 

Olaf Nicolai Maisons des Abeilles, 2002 (Entwürfe für zeitgenössische Bienenhäuser) Entwurf Sauerbruch Hutton Ausstellungsansicht hinter der Großen Kunstschau 2018 © courtesy Galerie EIGEN + ART Leipzig/Berlin/ VG Bild-Kunst, Bonn 2018 Foto: © Worpsweder Museumsverbund
Hinter der Großen Kunstschau: Olaf Nicolai Maisons des Abeilles, 2002 (Entwürfe für zeitgenössische Bienenhäuser)
Entwurf Sauerbruch Hutton © courtesy Galerie EIGEN + ART Leipzig/Berlin; VG Bild-Kunst, Bonn 2018
Foto: © Worpsweder Museumsverbund
Olaf Nicolai Maisons des Abeilles, 2002 (Entwürfe für zeitgenössische Bienenhäuser) Entwurf Brandlhuber Ausstellungsansicht vor dem Haus im Schluh 2018 © courtesy Galerie EIGEN + ART Leipzig/Berlin/ VG Bild-Kunst, Bonn 2018 Foto: © Rüdiger Lubricht/ Worpsweder Museumsverbund
Im Garten des Haus im Schluh: Olaf Nicolai Maisons des Abeilles, 2002 (Entwürfe für zeitgenössische Bienenhäuser) Entwurf Brandlhuber  © courtesy Galerie EIGEN + ART Leipzig/Berlin; VG Bild-Kunst, Bonn 2018
Foto: © Rüdiger Lubricht/Worpsweder Museumsverbund

 

Olaf Nicolai Maisons des Abeilles, 2002 (Entwürfe für zeitgenössische Bienenhäuser) Entwurf Sauerbruch Hutton Ausstellungsansicht vor dem Barkenhoff 2018 © courtesy Galerie EIGEN + ART Leipzig/Berlin/ VG Bild-Kunst, Bonn 2018 Foto: © Rüdiger Lubricht/ Worpsweder Museumsverbund
Im Garten des Barkenhoff: Olaf Nicolai Maisons des Abeilles, 2002 (Entwürfe für zeitgenössische Bienenhäuser), Entwurf Sauerbruch Hutton © courtesy Galerie EIGEN + ART Leipzig/Berlin; VG Bild-Kunst, Bonn 2018
Foto: © Rüdiger Lubricht/ Worpsweder Museumsverbund
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