Kein Platz für mehr Willi und Maya? Ein Beitrag für die Biene

Paste-Up an der Worpsweder Kunsthalle, Foto: © Gesa Jürß/Worpsweder Museumsverbund

Seit über einem Jahr beschäftigt sich der Worpsweder Museumsverbund anlässlich von »Kaleidoskop Worpswede« in diversen Projekten mit dem Thema »Biene«. Auch 2019 läuft unser Bienenprojekt unabhängig von der vergangenen Ausstellung weiter. Das Bienenthema ist für uns ein nachhaltiges Anliegen. Ausgangspunkt sind die Bienenhäuser des Künstlers Olaf Nicolai, deren verschiedene Ausführungen vor dem Haus im Schluh, auf der Hörenbergwiese sowie im Barkenhoff-Garten und im Kiefernhain der Großen Kunstschau zu finden sind.

Der Imker Hartmut Gerber, Imkerverein Teufelsmoor e.V., vor dem Bienenhaus von Olaf Nicolai auf der Hörenbergwiese in Worpswede, © VG Bild-Kunst, Bonn 2019, Foto: © Gesa Jürß/Worpsweder Museumsverbund

Jungvölker residieren vor den Museen

Nicolais spezielle Architekturen werden in Worpswede erstmals von jungen Bienenvölkern bewohnt und zum Teil auch bewirtschaftet. Zuvor wurden seine Bienenhäuser nur als reine Ausstellungsobjekte gezeigt. Dank des Imkerverein Teufelsmoor e.V. sind in diesem Sommer alle Häuser bewohnt, wobei es sich überwiegend um Jungvölker handelt. Einige Jungvölker wie jenes auf dem Barkenhoff sind gerade erst dabei, ihre neue Königin zu produzieren. Und erst kürzlich wurde für die Bienen rings um das Hoetger-Ensemble der Lebensraum durch das Anlegen einer neuen Blumenwiese hinter der Großen Kunstschau erweitert.

Die Bienenkönigin (36) der Hörenbergwiese, Foto: © Gesa Jürß/Worpsweder Museumsverbund

Streetart an der Worpsweder Kunsthalle

An der roten Backsteinmauer der Worpsweder Kunsthalle hängen hingegen allerlei Insektenhotels und Nistkästen. Auf dem Boden ist ein artenreiches Blumenbuffet in Tontöpfen bereitgestellt. Nebenan fliegt dem verirrten Touristen eine überdimensional große Biene in leuchtenden Farben zwischen den Lavendelhalmen entgegen. Es könnte so idyllisch sein… Doch seit rund einem Jahr tummeln sich nun an der besagten Backsteinwand im Innenhof zwischen der Tourist-Information und der Kunsthalle kleine und große Bienen aus Papier. Und auch wenn Willi und Maya dem Betrachter noch immer strahlend zuwinken, ihre strahlenden Farben sind längst erloschen. Bei einigen ihrer Zeitgenossen sind bereits Flügel verloren gegangen. Schön sehen die Papierarbeiten im Vergleich zur gesprühten Biene des Streetartkünstlers Patrick Przewloka nicht mehr aus. Doch eben diesen Prozess des Vergänglichen haben wir zusammen mit unserem Kooperationspartner BRIGG e.V. aus Bremen-Nord bewusst für das Vermittlungsprojekt gewählt – ein Projekt, das sich explizit mit dem »unschönen« Aspekt des Bienensterbens beschäftigt.

Die Streetart-Projekte an der Worpsweder Kunsthalle, Foto: © Gesa Jürß/Worpsweder Museumsverbund

Auf die Rückfragen und Beschwerden wie »Die Bienen sehen aber nicht mehr schön aus. Wollt ihr die nicht langsam mal wegmachen?«, möchten wir nun eine Antwort geben: Nein. Wir möchten, dass die Bienen bleiben!  Und genau aus diesem Grund machen wir auf das Bienensterben aufmerksam, indem wir die Paste-Ups verblassen lassen und die verschiedenen Zustände dokumentieren. Wir finden, dass weder Kunst noch ein Kunstvermittlungsprojekt zwingend schön sein oder gefallen muss.

Mehr Beiträge rund um das Thema Bienen und Worpsweder Museen findet ihr auf unserem Istagram-Account.

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