Ausstellung

»Kaleidoskop Worpswede«
Kunstwerk, Landschaft, Lebensort

24. Juni bis 4. November 2018

 

[anders] schauen

Große Kunstschau

Die Große Kunstschau wird zum Ort eines neuen Kunst-Sehens. Alt- und Neubau werden konzeptuell zusammengeführt; alte und neuere Worpsweder Gemälde treffen auf Werke internationaler Kunst von Giorgio Morandi, James Turrell, Per Kirkeby, Etel Adnan, Mary Heilmann über Jessica Stockholder bis hin zu Heike Kati Barath. Die expressionistische Architektur Bernhard Hoetgers wird reinszeniert und dadurch neu erlebbar. Kunstwerke im und am Gebäude laden die Betrachter ein, Kunst [anders] zu schauen.

Die Kunstschau wird bei ihrem Namen genommen und ermöglicht neue Blicke auf vermeintlich Altbekanntes: Durch die Gegenüberstellung ausgewählter Meisterwerke der Worpsweder Kunst mit aktuellen Werken entstehen spannungsvolle Dialoge in 13 hochverdichteten Räumen. Im Altbau wird die Umwidmung der Räume am radikalsten spürbar: Die Rotunde wird für die Dauer der Jubiläumsausstellung zu einem Ort der Produktion. Der Berliner Künstler Tilo Schulz wird die zentrale Rotunde über die gesamte Ausstellungsdauer immer weiter bearbeiten und verändern.

 

[anders] gestalten

Barkenhoff

Auf dem Barkenhoff wird das Spannungsfeld zwischen Kunst und Land(wirt)schaft beleuchtet – ausgehend von den lebensreformerischen Plänen Heinrich Vogelers über die Ideen der Landschaftsarchitekten Leberecht Migge und Max Karl Schwarz bis hin zu aktuellen Alternativen des Landbaus.

Drei Künstlerinnen sind 2018 für längere Zeit in der Künstlerkolonie zu Gast: Neben dem Langzeitprojekt »Ich bin gerne Bauer…« von Antje Schiffers werden Antje Majewski und Pawel Freisler ihr 2014 im Muzeum Sztuki/Łódz begonnenes Projekt Der Apfel fortführen. Und die Südtirolerin Gabriela Oberkofler hinterfragt durch künstlerische Interventionen die aktuelle Relevanz der Jugendstil-Kunst Heinrich Vogelers.

Ein weiteres Highlight ist das mehrteilige Skulpturenprojekt Maison des abeilles (Bienenhäuser) von Olaf Nicolai. Drei von renommierten Architekturbüros entworfene Bienenhäuser werden im Umfeld der vier Worpsweder Museen aufgestellt und vom Imkerverein Teufelsmoor mit Leben gefüllt.

 

[anders] weben

Haus im Schluh

Die Kunst des Webens hat im Haus im Schluh Tradition. Die Weberei ist eine der wenigen alle Kulturen übergreifenden Techniken und künstlerischen Ausdrucksformen weltweit. In einer Zeit, in der die Welt in vielfältiger Weise immer enger miteinander verwoben und vernetzt ist, erlebt dieses traditionelle Handwerk derzeit eine neue Blüte in der aktuellen Kunst. Im Schluh treffen Werke von Ana Torfs, Marilou Schultz, Jens Risch, Gitte Villesen, Maria Lai, Haleh Redjaian und Kimsooja aufeinander.

Für vier Monate wird sich im Haus im Schluh eine Akzentverschiebung von Heinrich zu Martha Vogeler realisieren. Martha Vogeler hat diesen bis heute idyllischen und authentischen Ort aufgebaut und inhaltlich geformt. Ihre Handweberei und ihr Gästehaus werden mittlerweile in der vierten Generation von der Familie betrieben. Das Generationenthema und die Technik des Webens werden in teilweise raumgreifenden Kunstwerken von aktuellen Künstlerinnen und Künstlern thematisiert. Darüber hinaus wird es eine Sonderpräsentation mit Werken von Mieke Vogeler geben.

 

[anders] leben

Worpsweder Kunsthalle

Die Worpsweder Kunsthalle ist als Ort für experimentelle Ausstellungsformate bekannt. Im Sommer 2018 treffen alte Worpsweder Dorfansichten auf aktuelle Fotografien von Rüdiger Lubricht, Ortswentwicklungspläne der Stiftung Worpswede und »erfinderischen Analysen« von Studierenden der Architekturtheorie an der RWTH Aachen. Die von Professor Axel Sowa geleitete Gruppe konnte dank einer Kooperation mit den Künstlerhäusern Worpswede ihre ungewöhnlichen Erkundingspfade  vor Ort entwickeln.

Die Ausstellung mündet in eine verdichtete künstlerische Darstellung des Ortes vor 1914, der wiederum Modelle für ein »ideales Atelier« der Aachener Studierenden gegenüber gestellt sind.

Kunst, Geschichte, Zukunftsforschung und Wissenschaft formen so einen sinnlichen Denkraum, der zur Plattform für Diskurse über den Ort Worpswede werden soll. Kann Worpswede nicht nur ein Dorf mit Zukunft, sondern darüber hinaus sogar ein Dorf für Zukunft sein?

Den Ort [anders] wahrnehmen

Kunstwerke im Außenraum

Ausgehend von der Ausstellung in der Worpsweder Kunsthalle setzt sich die Auseinandersetzung mit dem heutigen Künstlerdorf im Außenraum fort. Auf dem zentralen Parkplatz, in direkter Nachbarschaft der Worpsweder Kunsthalle, lädt ein temporärer Ausstellungsraum – das Cocobello-Haus des Münchener Architekten Peter Haimerl – dazu ein, das Worpsweder Ortsbild und Dorfzentrum einmal aus einer ungewöhnlichen Perspektive zu betrachten.

Die an verschiedenen Stellen im Ort aufgestellten Bienenhäuser des Skulpturenprojekts Maisons des abeilles von Olaf Nicolai regen zum Nachdenken über soziale und ökologische Fragen an. Ungewöhnliche Wegweiser auf der Marcusheide zwischen der Großen Kunstschau und dem Barkenhoff ergänzen ab dem Sommer das Worpsweder Besucherleitsystem auf irritierende Weise.

Weitere Kunstwerke im Außenraum werden während der Laufzeit von »Kaleidoskop Worpswede« realisiert. Sie unterstreichen den nachhaltigen, den ganzen Ort einbeziehenden Charakter dieses Ausstellungsprojekts.

 

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